Der Lynx für große Reichweiten — mit gedrosseltem Feuerwerk.
Die Sherman L teilt ihre Rahmenkonstruktion mit der Leaperkim Lynx, doch das Projektziel ist ein anderes. Wo der Lynx auf Hochgeschwindigkeits-Theater setzte — Drehmomentstöße, Absprung-Pedale, nervöse Firmware — zielt die Sherman L auf den Fahrer ab, der morgens eine Route plant und sich bis zum Abend keine Gedanken ums Laden machen will.
Die Kernzahl ist der Akku: 4000 Wh bei 151,2 V, aufgebaut aus Samsung-INR21700-50S-Zellen in einer 6-fach-Parallelarchitektur. Mehr Parallelstränge bedeuten, dass jede Zelle bei starker Belastung weniger Strom sieht — das hält die Temperaturen im grünen Bereich und bewahrt die Kapazität auf langen Etappen. Dieselbe Logik machte aus der ursprünglichen Sherman ein Kult-Tourenrad; jetzt ist das Paket knapp ein Viertel größer.
Auf dem Papier ist sie die Reichweiten-Königin. Im Sattel ist sie ruhiger als der Lynx — eher Audi A8 als RS 6.
Die hydraulische FastAce-Federung mit 90 mm Federweg schluckt Schienen, Kopfsteinpflaster und gelegentliche Bordsteinkanten. Druckstufe und Zugstufe sind beide mit einem 4-mm-Schlüssel einstellbar; die drei Federoptionen (62, 66 und 70 lbs) ermöglichen eine gewichtsgenaue Abstimmung ohne Raten. Der Serienreifen ist ein schlauchloses 20″ × 2,75″-Straßenprofil, das sauber kurvet und leichten Schotter toleriert; ein Stollenprofil ist ein beliebter Zweitreifen.
Beim Laden gewinnt die Sherman L still und leise Zeit zurück. Ein Standard-5-A-Netzteil füllt den Akku in etwa sechs Stunden; der Doppelladeanschluss nimmt bis zu 20 A — mit einem Schnellladegerät ist die Batterie in rund 1,5 Stunden voll. Auf einer zweitägigen Tour ist das der Unterschied zwischen einem Mittagsimbiss im Stehen und einem entspannten Hoteleinchecken.
